Bengal Cats / Leopardette

Bengal Cats / Leopardette

Allgemeines:
Wir haben diese schöne und liebenswerte Katze der amerikanischen Genetikerin Jean Mill (früher Jean Sudgen) zu verdanken. Sie kreuzte zuerst Siamkatzen und Perser, um die Vererbung des Fells und Farbe festzustellen und gehörte so zu den ersten Colourpointzüchtern. 1963 begann sie damit, ihre der in ihrem Besitz befindliche wilde Felis Bengalensi mit einem schwarzen Hauskater zu verpaaren, um eine neue Leopardenkatze mit Hauskatzeneigenschaften zu erhalten. Diese Zucht ging leider aus familiären Gründen verloren. Später im Jahr 1975 fing sie aus wissenschaftlichen Gründen wieder an, American Shorthair, getupfte OHK, Abessinier und hauptsächlich Egyptian Mau mit Leoparden Katzen zu verpaaren. 1985 wurde die Rasse von ihr zum erstenmal ausgestellt. Nach 1986 folgten noch viele Shows, denn Frau Mills züchtet noch heute und ist 1. Vorsitzende des TICA Bengal Komitees. Aber es ergab sich ein großes Problem. Die Nachkommen zeigten zwar das typische Leopardenmuster, aber leider auch den typischen Wildkatzencharakter des Vaters. Sie waren noch wilder und scheuer als ihr wilder Vater. Ihr agressives Verhalten den Menschen gegenüber verloren sie erst in der 3. bis 4. Generation.
Die männlichen Tiere in den ersten beiden Generationen waren steril. Frau Mills konnte die Zucht nur über weibliche Tiere fortführen. Es gab vorher schon immer Versuche, kleine Wildkatzen mit Hauskatzen zu verpaaren, nur waren die Nachkommen immer unfruchtbar. Deshalb bestreiten Kritiker, dass „diese Bengal Cat“ von wilden Felis Bengalensis abstammen können, sie sind der Meinung, daß dies nur behauptet wird, um den Preis der sehr teuren Katze in die Höhe zutreiben. Bereits 1988 kamen die ersten Bengalkatzen nach Deutschland. Hier werden sie auch Leopardette genannt. Obwohl es sie in fast alle europäischen Ländern gibt, ist sie noch nicht überall anerkannt.

Standard der Bengal Cat / Leopardette nach WACC

Typ: groß, kräftig, langgestreckt und substanzvoll, nicht stämmig oder plump, nicht orientalisch oder fremdartig, gute Muskulatur, Weibchen können kleiner als Männchen sein.

Beine: sehnig, mittlere Länge, in guter Proportion zum Körper, Hinterbeine etwas höher als Vorderbeine.

Pfoten: breit, rund und kräftig.

Schwanz: mittlere Länge, dick an der Basis, zum Ende hin verjüngt mit abgerundeter Spitze.

Kopf: mittlere Größe, keilförmig mit runden Konturen, länger als breit. Der Schädel hinter den Ohren macht eine leichte Kurve und fließt in den Hals und Nacken. Profil: konvexe Linie vom Nasenrücken bis zur Spitze.

Kinn & Schnauze: kräftiges Kinn, Nase und Kinn bilden eine vertikale Linie, die Schnauze ist voll und breit, mit hervorstehenden Schnurrhaarkissen und hohen betonten Wangenknochen.

Augen: groß, oval fast rund, wildartig ausdrucksstark, leicht schräggestellt, weit auseinander stehend.

Augenfarbe: ist unabhängig von der Fellfarbe, bei Snow-Bengalen darf sie nur Blau sein.

Ohren: mittel bis klein, mit breiter Basis, abgerundet, soweit wie möglich seitlich auf der Oberseite des Kopfes,
vorwärtszeigend, keine Haarbüschel an der Spitze, möglichst Wildfleck auf der Rückseite.

Fell: kurz bis mittellang, voll und üppig, anliegend, weich und seidig.

Varietäten:
marbled (classic) Musterung: muss einen horizontalen Fluss haben, wenn das Tier gestreckt wird.
Den Vorzug sollten den Tieren mit mehreren Schattierungen gegeben werden: Grundfarbe, Tabbyzeichnung und
Tabbykontrast.

spotted (rosetted) Musterung. Die Spots sollten horizontal oder willkürlich angeordnet sein. Rosetten sollen zwei verschiedene Farben zeigen, entweder ein gedruckter Pfotenabdruck, krapfen- oder halbkrapfenförmig oder pfeilspitzenförmig sein und werden den einfach „spotted“ vorgezogen. Unabhängig von der Grundfarbe hellbeige bis hin zum kräftigen orange, muß der Kontrast extrem sein, die Musterung hervorheben und scharfe Konturen zeigen. Eine sehr helle Unterseite, Innenseite der Beine und Bauch sind erwünscht. Sreifen sind an Wangen, Hals, Schulter, Beinen und Schwanz zu finden. Ein „M“ auf der Stirn und ein Aalstrich auf dem Rücken vervollständigen die Wildtierzeichnung. Augenlidränder, Lippen, Nasenspiegel und Fußsohlen müssen in Übereinstimmung mit der Fellfarbe ausgefärbt sein.

4 Farben sind anerkannt.

1. black-tabby
Grundfarbe orange bis gold, mit folgender Augenfarbe: gold, kupfer, grün, braun oder haselnuss.

2. seal-sepia-tabby,
Grundfarbe elfenbeinfarbig, creme oder leicht braun, Körpermarkierungen mit geringem oder keinem Unterschied zur Pointfarbe, Augenfarbe soll gold und gold-grün sein.

3. seal-mink-tabby,(Siam- und Burma-Gen, Tonkasenfarbe)
Grundfarbe elfenbeinfarbig, creme oder leicht braun, Körpermarkierungen mit geringem oder keinem Unterschied zur Pointfarbe, Augenfarbe sollte blau-grün sein, kann aber auch grün oder gold-grün sein.

4. seal-lynx-point, (Siam-Gen)
Grundfarbe elfenbeinfarbend bis creme, Körpermarkierungen mit geringem oder keinem Unterschied zur Pointfarbe, Augenfarbe muss blau sein.

Fehler: zu orientalisch, zu hauskatzenähnlich, Medaillon am Nacken, Brust oder anderen Körperteilen, mangelnder Tabbykontrast, Knoten am Schwanzende, agressives Verhalten.

Punktebewertung nach WACC-Standard:

Kopf: 35 Punkte
Körper: 30 Punkte
Fell:
Farbe: 10 Punkte
Textur: 10 Punkte
Musterung: 15 Punkte