Sphynx

Sphynx

Allgemeines:
Die Sphynx ist eine sehr alte, haarlose Katzenrasse, sie hat mehrere von hunderten Jahren überlebt und ist in soweit lebensfähig. Die Mutation der Haarlosigkeit ist in vielen verschiedenen Ländern aufgetreten. So haben z.B. in Frankreich ein Siamesenpaar haarlose Katzen bekommen, auch in Amerika, Italien und Russland ist diese rezessive Vererbung aufgetreten. Da aber die Rasse gewöhnungsbedürftig ist, hat man das Gen der Haarlosigkeit bei den Katzen nicht zur Weiterzucht erhalten.

Glaubhaft nachgewiesen wurden die ersten Züchtungen der mexikanischen Nacktkatzen von den Azteken durchgeführt. 1830 dokumentierte sie der deutsche Biologe J.R. Rengger in seinem Buch „Die Naturgeschichte paraguayischer Säugetiere“. Anfang des 20. Jahrhundert hat z.B. ein Indianer ein Katzenpaar über Dänemark verkauft bzw. verschenkt. Aber leider war das Paar unfruchtbar und hat keine Nachkommen gezeugt. Die Katzen von den Indianern waren kräftiger behaart als die heutige kanadische Sphynx. Sie hatten Haare auf dem Rücken und Schwanz, ein Sommer- und Winterfell.

Diese Katzen hatten einen langen Körper, einen langen Schwanz, einen keilförmigen Kopf mit großen Ohren, die Augen bernsteinfarbig und die Schnurrhaare lang. Die heutigen Sphynxen sind wünschenswert total nackt. Sie haben natürlich oft auch ein etwas flaumiges Fell, das man zwar nicht sieht, aber sehr gut fühlen kann.

Die Zucht der Sphynx entstand in Amerika. 1966 wurde in Kanada in Ontario eine nackte Katze in einem Hauskatzenwurf gefunden. Mr. Ryadh Bawa erwarb Mutter und Sohn dieses Wurfes als Grundstock zur Zucht der Sphynxen.

Das Gen der Haarlosigkeit ist ein rezessives Gen, d.h. wenn man eine haarlose Katze mit einer behaarten Katze verpaart, erscheinen in der ersten Generation nur Katzen mit Fell. Wenn man diese wiederum untereinander verpaart, kommen erst in der zweiten und dritten Generation einige haarlose Katzen.

Neben Herrn R. Bawa begann Herr Kees Tenhove, der von Herrn Bawa eine haarlose Katze gekauft hatte, mit der Sphynxzucht. Allerdings gab es zwischen den beiden Meinungsverschiedenheiten über das Zuchtziel. R. Bawa verpaarte die Sphynxen nur mit Hauskatzen. Daraus entstanden sehr kräftige Katzen mit kurzen Köpfen. K. Tenhove hat es mit anderen Katzen versucht, u.a. mit Siamesen und dadurch erreichte er eine sehr schlanke Form, ein bisschen den Indianerkatzen nachempfunden, die auch eine sehr schlanke, schlangenförmige Kopfform hatten.

Diese unterschiedlichen Zuchtergebnisse ähnelten sich nur in den charakteristischen Eigenschaften, wie Haarlosigkeit, faltiger Haut und übergroßen Ohren. Erstaunlicher Weise hat dann ein dritter Herr aus Amerika, Herr Housten Schmidt, den gültigen Standard geschrieben, der über die ganzen Jahre vom Verband „Crown Cat Fanciers Association“ anerkannt wurde. Er hat praktisch diese zwei unterschiedlichen haarlosen Katzentypen in einem Standard zusammen gefasst, wobei er weder die kurzen, kräftigen Katzen, noch die ganz schlanken, sondern den mittleren Typ bevorzugte.

Aus verschiedenen Gründen konnten die beiden Amerikaner, aus persönlichen und auch aus finanziellen Gründen, die Zucht nicht weiterführen. So verkaufte Herr Kees Tenhove, holländischer Abstammung, die Ursprungkatze der heutigen Sphynxzucht, Dutschi’s Nefertiti, 1973 an Frau Sandy Kaiser in die Niederlande. Diese Katze entsprach 100% dem Standard des CCFA. Von anderen Organisationen wurde die Sphynx zu der Zeit noch nicht anerkannt.

Da Frau Kaiser keine Möglichkeit sah, selbst ein Zuchtprogramm durchzuführen, gab sie die Katze 1978 an Herrn Dr. Hugo Hernandes weiter, der mit zwei Zuchtkatzen aus der Nachkommenschaft von „Dutchi’s Nefertiti“ und 2 haarlosen Kätzinnen, die 1978 in Toronto gefunden wurden, die Sphynxzucht hier bei uns in Europa gründete.

In Rußland wurde 1987 von H. Kovaljiova eine nackte Katze gefunden und von I. Nemykina in die Zucht genommen. In der Stadt Rostow, waren bei Verpaarungen einer Katze Tschita, die welliges Fell an den Pfoten und Schwanz hatte, mit einem normalen Hauskater unerwartet Nachkommen mit Besonderheiten zu verzeichnen. Die Kätzchen wurden mit offenen Augen geboren oder öffneten sie am 2. oder 3. Tag, und hatten eine Körpertemperatur von 39 – 39,5 Grad. Es gab in der Behaarung drei verschiedene Möglichkeiten.

1. bereits bei der Geburt ohne Fell
2. ohne Fell in einzelnen Bereichen, das später verloren ging
3. Normalfell

Die nackten Katzen hatten einen bestimmten Körper- und Kopftyp, der stark von dem der Geschwister desselben Wurfs abwich. In St. Petersburg und anderen Städten wurde die Zucht fortgesetzt.

Es werden drei Varianten gezielt gezüchtet, wobei Outcrossing erlaubt ist. Die Don Sphynx wird hauptsächlich mit Sibirischen Katzen, Thai, Russian Blau und Europäisch Kurzhaar, die Russian Hairless mit Türkisch Angora (alter Typ) und Hauskatze (Semilanghaar), und die Peterbald mit orientalischen Katzenrassen verpaart.

Wesen der Sphynx

Die Sphynx ist wie jede Sphynx unwahrscheinlich temperamentvoll, anhänglich und charmant, sie ist sehr intelligent und gelehrig, verträglich mit anderen Katzen. Selbst der Katzenrichter wird oft durch „Liebesbeweise“ beim Richten verwöhnt.

Standard der Sphynx nach WACC

Typ: soll nicht so schlank sein wie der der Siamesen, sondern vom Körperbau mittelgroß und gedrungen, feinknochig und doch kraftvoll, mit kräftiger Muskulatur. Der Brustkorb ist kurz und walzenförmig. Die Katze sieht aus, als ob sie gerade gefressen hat, denn sie hat ein kleines, dickes Bäuchlein.

Beine: Vorderbeine lang und feingliedrig, Hinterbeine etwas länger als die Vorderbeine, kräftig mit betonten Schenkeln. Jungtiere erscheinen krummbeinig.

Pfoten: groß, lang und oval, mit sehr langen, extremen Zehen, die Pfotenballen sind kräftiger entwickelt als bei anderen Rassen.

Schwanz: sehr dünn und lang (Rattenschwanz), peitschenförmig, spitzt sich hinten sehr zu.

Kopf: etwas länger als breit mit harmonischen Rundungen und sehr hohen Wangenknochen, oberhalb der Augen ein flacher, langer Schädel, das Profil ist nicht ganz gerade, es hat nur einen ganz kleinen Stop in der Nase, im Unterschied zur Devon Rex mit einen tiefen Stop und der Conish Rex mit einem ganz geraden Profil. Der Kopf darf nicht dem der Rexkatzen ähneln, deshalb sollte man sie nicht miteinander verpaaren. Außerdem tragen sie total unterschiedliche Gene.

Schnauze: ziemlich kurz, kräftig entwickelt, mit hervorstehenden Schnurrhaarkissen.

Augen: zitronenförmig, groß und offen, schräg gestellt mit gutem Abstand zueinander.

Augenfarbe: ist unabhängig von der Fellfarbe, sie spielt keine große Rolle, sie sollte orange, grün oder haselnussbraun sein und klar in der Farbe.

Ohren: groß, im Ansatz sehr weit offen, weder zu hoch noch zu tief platziert, werden aufrecht etwas nach vorne gewölbt getragen, möglichst haarfrei.

Fell: An manchen Stellen sind die Haarreste zu finden. Sie werden an Beinen, Geschlechtsteilen, Schwanzspitze, auf der Nase und an der Hinterseite der Ohren toleriert. Ansonsten müssen sie haarlos sein.

Haut: fast nackt und fühlt sich warm an, liegt besonders faltig am Kopf, Hals, Schultern und Gelenken. Die Jungtiere erscheinen extrem faltig, als ob sie noch in ihre Haut hineinwachsen müssen.

Die Sphynx hat von der Natur eine etwas höhere Körpertemperatur. Dadurch das sie nackt ist, muss sie die Wärme durch einen enorm hohen Stoffwechsel ausgleichen. Sie frisst mehr als andere Katzen und erzielt damit eine 1 bis 2 Grad höhere Körpertemperatur. Die Haut wird durch einen Fettfilm, der sich regelmäßig bildet, geschützt. Irrtümlicher Weise glauben viele Besitzer, sie müssten die Katze wegen des fehlenden Fell nicht pflegen. Aber sie muss ab und an gebadet werden, damit der Fettfilm verschwindet und die Katze keine Pigmentstellen bekommt.

Die Sphynx darf auch nach draußen an die frische Luft, sie liebt es in der Sonne zu liegen, mit der Kälte im Winter kommt sie auch zurecht, wenn sie daran gewöhnt ist. Sie können natürlich eine Katze, die den ganzen Tag in der warmen Wohnung gehalten wird, nicht nach draußen setzen, denn sie würde dann frieren, wie behaarte Katzen auch.

Varietäten: Alle Farben sind gestattet. Man erkennt sie eventuell an der Hautfarbe.

Fehler: zu orientalisch, zu hauskatzenähnlich, zu tiefer Stop, Profil zu gerade, Ähnlichkeit mit einer anderen befellten Rasse.

Punktebewertung nach WACC-Standard:
Kopf
Form & Größe: 5 Punkte
Schnauze & Kinn: 5 Punkte
Profil: 5 Punkte
Wangenknochen: 5 Punkte
Augen: 5 Punkte
Ohren: 10 Punkte
Körper
Brust: 10 Punkte
Bauch: 10 Punkte
Beine & Pfoten: 5 Punkte
Schwanz: 5 Punkte
Hanls: 5 Punkte
Nacktheit
Falten: 10 Punkte
Haut: 10 Punkte
totale Nacktheit: 5 Punkte
Farbe: 5 Punkte